Wir trauern um Heiner Geißler

Wir verlieren einen großen Rheinland-Pfälzer und einen geschätzten Christdemokraten. Über Parteigrenzen hinweg wurde Dr. Heiner Geißler als kluger und streitbarer Kopf und auch Querdenker geachtet - dabei hatte er stets die Schwachen und Minderheiten im Blick. Seine christdemokratische Überzeugung war sein Antrieb, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken.



Dr. Geißler gilt als Begründer der Sozialstationen für den ambulanten Kranken- und Altenpflegedienst. Bevor er Generalsekretär der CDU Deutschlands wurde, brachte der Christdemokrat als rheinland-pfälzischer Sozialminister das erste Kindergartengesetz, das erste Krankenhausreformgesetz sowie das erste Sportförderungsgesetz in der Geschichte der Bundesrepublik in unserem Bundesland auf den Weg. Rheinland-Pfalz hat ihm viel zu verdanken.

Als Mahner brachte sich Heiner Geißler bis zuletzt in gesellschaftliche Diskussionen ein und nahm an vielen Veranstaltungen und politischen Debatten teil. Als anerkannter Schlichter vermittelte er bundesweit bei Konflikten von Tarifparteien. Die Menschen werden seine offene, suchende und auch direkte Art vermissen.

Auch seine bundespolitische Zeit war von Weitsicht geprägt: Als Bundesfamilienminister war Dr. Geißler Bereiter für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ebnete den Weg für den Erziehungsurlaub und die Anrechnung von Erziehungsjahren in der Rentenversicherung. Unvergessen bleibt sein Einsatz für die Rechte und Selbstbestimmung von Frauen.

Ich erinnere mich gern an viele intensive Gespräche, die wir in seinem Garten in der Pfalz geführt haben. Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner Familie und seinen Wegbegleitern.

 

Auch in einem kurzen Videoclip erinnere ich an ihn.